Sparpotenzial: mit der richtigen Einstellung

Auf die richtige Einstellung kommt es an 

Haben Sie ein energieeffizientes Haus? Und – kennen Sie sein ganzes Potenzial? Was viele nicht wissen: Gerade an der Haustechnik und den Geräten gibt es einige Stellschrauben. Richtig auf die Nutzenden abgestimmt, führen sie zu einem noch geringeren Verbrauch, höherem Komfort und sorgen dafür, dass Haus und Technik lange erhalten bleiben. Falsche Einstellungen oder fehlende Wartung hingegen können der Technik im schlimmsten Fall sogar schaden oder z.B. zu Schimmel führen.

Die häufigsten Fehler

Auch wenn ein Gebäude nach der Bauphase korrekt in Betrieb genommen wird und alles reibungslos funktioniert: Vieles können Besitzer und die Nutzenden nach ein bis zwei Heizperioden nochmals optimieren, bzw. optimal auf ihre Bedürfnisse anpassen.

Minergie bietet seit Anfang 2017 das Minergie-Qualitätssystem Betrieb (MQS Betrieb) an. Hier prüfen geschulte Experten, ob in den bestehenden Minergie-Gebäuden alles richtig eingestellt ist. Dabei treffen sie immer wieder auf die gleichen Fehler und Optimierungsmöglichkeiten: Vor allem bei der Heizung, Lüftung sowie Beschattung der Fenster lässt sich häufig noch einiges in Sachen Raumkomfort und Verbrauch herausholen. 

Die häufigsten Empfehlungen betreffen:

  • Zu hohe Raumtemperaturen: In vielen Fällen stellen die Minergie-Experten rund 23 Grad fest. Bereits ein Grad weniger macht viel aus. Laut BFE sinken die Heizkosten mit jedem Grad um sechs Prozent. Die empfohlene Raumtemperatur für Wohn- und Aufenthaltsräume beträgt 20 Grad. Natürlich soll niemand frieren. Aber wer es gerne wärmer hat, sollte überlegen, ob wirklich in allen Räumen eine höhere Temperatur nötig ist. In Schlafzimmern und wenig genutzten Räumen kann die Heizung ruhig etwas tiefer eingestellt sein (etwa 15 bis 17 Grad). Lohnend ist auch die Betrachtung, wann die Räume jeweils genutzt werden. Entsprechend kann man die Betriebszeiten anpassen. Ein weiterer Faktor ist die Belegung der Zimmer: Wo sich viele Personen aufhalten, heizen sie den Raum durch ihre Körperwärme auf. Hier kann die Heizung etwas niedriger eingestellt sein.
  • Lüftung auf die Nutzerbedürfnisse anpassen: Die Luftmenge und auch Betriebszeiten sollten zu den individuellen Bedürfnissen der Nutzenden passen und so eingestellt sein, dass sie sich wohl fühlen. So ist es zum Beispiel ratsam, im Winter die Lüftung niedriger einzustellen, um trockener Luft vorzubeugen. Zudem sorgt ein regelmässiger Filterwechsel, etwa zwei Mal pro Jahr, für einen einwandfreien Betrieb. In grösseren Abständen empfiehlt sich eine Wartung durch den Fachmann.
  • Wasserverbrauch: Eine einfache aber effektive Sparmassnahme sind z.B. Durchflussregler an Wasserhähnen, WC-Spülkästen oder Duschköpfen.
  • Sommerlicher Wärmeschutz: Damit sich Räume im Sommer (aber auch im Frühjahr und Herbst) nicht zu sehr aufheizen, sollten die Nutzenden ihre Fenster konsequent beschatten. Das heisst, bereits morgens den Sonnenschutz herunterlassen, wenn sie tagsüber nicht im Haus sind. Nachts, wenn möglich, die Fenster zum Auskühlen öffnen, um die Lüftung zu unterstützen.
  • Anlagedokumentation: Das mag lästig klingen, aber sauber abgelegte Anlagendokumente sind eine wichtige Basis für die korrekte Bedienung. Neben der Betriebsanleitung sollten auch die Soll- und Einstellwerte dokumentiert sein, etwa für Sommer und Winter oder für die Ferienzeiten. Denn: Ist niemand im Haus, können auch Heizung und Lüftung herunterfahren.

 

Sparpotenzial und höherer Komfort

Etwa zehn bis 15 Prozent des Energieverbrauchs kann man durch eine Betriebsoptimierung einsparen. Das kann jedoch je nach Gesamtverbrauch und Art des Gebäudes stark variieren. Die grössten Stellschrauben sind dabei Wärme und Lüftung. Der Stromverbrauch ist vor allem vom Verhalten der Nutzenden abhängig, denen man entsprechende Tipps mitgeben sollte.

Ein wichtiges Argument für eine Betriebsoptimierung ist aber auch die Erhöhung des Komforts. Je besser etwa Temperatur und Luftmenge auf die Nutzer abgestimmt sind, umso wohler fühlen sie sich in ihren Räumen.

 

Performance-Gap und was man dagegen tun kann

Jedes Gebäude entwickelt im Betrieb seine Eigenheiten. Nicht optimal eingestellte haustechnische Anlagen oder unzureichende Benutzerinstruktion sind ein Grund dafür, ebenso wie Normabweichungen aufgrund von Standort, Nutzung, Belegung und Verhalten. Sie führen dazu, dass einzelne Standardwerte unter- oder überschritten werden. Dadurch entsteht ein Performance Gap, also eine Abweichung von den berechneten Planwerten. (Mehr dazu in unseren FAQs unter: Minergie und der Performance-Gap.)

Um dem entgegenzuwirken hat Minergie MQS Betrieb eingeführt. Ziel des Produktes ist es, den Komfort und die Energieeffizienz während der Betriebsphase der Minergie-Gebäude zu garantieren, respektive zu steigern. Eine persönliche und unabhängige Beratung vor Ort stellt sicher, dass die haustechnischen Anlagen optimal eingestellt bzw. gewartet sind und die Benutzer fachlich korrekt instruiert werden.

 

Welchen Einfluss haben die Bewohner selbst?

Die Nutzenden eines Gebäudes haben selbst einen sehr grossen Einfluss. Zwar müssen sie, was die Haustechnik angeht, einiges dem Fachmann überlassen, aber besonders beim Stromverbrauch und dem sommerlichen Wärmeschutz können sie selbst aktiv etwas für mehr Energieeffizienz und ihren Komfort tun.

Wer zudem Zugang zu weiteren Einstellmöglichkeiten der Haustechnik hat, sollte aktiv Informationen beim Vermieter oder der Verwaltung einfordern und – sofern noch nicht geschehen – um eine detaillierte Einführung bitten, auch z.B. zu Wartungsintervallen. 

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